Kreativ

Ran an die Stöcke!

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Bock auf Stock – Das Naturbastelbuch
Autorin: Meesenburg Kalinka
Verlag: Edition Michael Fischer (2016)
80 Seiten

ISBN-10: 3-86355-549-X
ISBN-13: 978-3-86355-549-8

„Hast du Lust? Dann halt die Augen auf! Ich bin gespannt auf alle deine Stöcke. Ich jedenfalls habe immer Bock auf Stock!“

Katharina

Unsere Bewertung: 5 von 5 Federn

Ein Stock ist kein Stock. Dass diese Behauptung stimmt, wird spätestens beim genauen Durchblättern von „Bock auf Stock“ klar. Im Buch erfährt man nicht nur, dass das Arbeiten mit Ästen, Zweigen oder Ruten ein netter, kreativer Zeitvertreib ist, sondern auch, dass daraus so einiges entstehen kann.

Eine erst kürzlich veröffentlichte Studie brachte es ans Licht: Ja, in so genannten Waldkindergärten geht es in vielerlei Hinsicht anders zu. Dem Konzept der Gründer entsprechend, verbringen die Drei- bis Fünfjährigen die meiste Zeit in der freien Natur. Dabei wird im Sinne der Waldpädagogik komplett auf konventionelles Spielzeug verzichtet. Das Spielen und Herumtollen im Wald hat positiven Einfluss auf die kindliche Motorik, auf die Wahrnehmung sowie auf die Koordination. Wissenschaftlich bestätigt wurde auch, dass Kinder aus Waldkindergärten gesundheitlich stabiler und weniger stressanfällig sind, ein besseres Gespür für Sprache entwickeln und ein starkes Immunsystem aufweisen.

Gründe genug, regelmäßig mit den Kids den Wald unsicher zu machen. Dort gibt es genug zu entdecken, zum Beispiel Stöcke. Das Buch „Bock auf Stock. Das Naturbastelbuch“ von Kalinka Meesenburg ist der beste Beweis dafür.

Das Sachbuch für Kinder ab fünf Jahren gibt Einblick in die Vielseitigkeit der Stockverarbeitung. Dabei sind der kindlichen Phantasie keine Grenzen gesetzt. Aus dem Rohmaterial – den Ästen, Ruten, Zweigen und Stöcken – entstehen durch Sägen, Schnitzen, Kleben, Bepinseln, Hämmern und Tackern wahre Kunstwerke und nette Gebrauchsgegenstände.

Gegliedert ist das Buch in vier Unterkategorien. Im ersten Kapitel erfährt man, wie sich einfache Stöcke in tierische Wesen, wie etwa kleine Walddrachen, verwandeln. Das zweite Kapitel ist ganz den märchenhaften Wesen, wie zum Beispiel dem Steckeneinhorn, gewidmet. Ritter, Indianer, Räuber und Co. kommen im vierten Teil bei den „Starken Stöcken“ ganz auf ihre Kosten, während sich im letzten Kapitel alles um „Stöcke zum Staunen“ dreht.

Die Anleitungen zum Nachbasteln sind alle gleich aufgebaut. Zu Beginn werden die benötigten Hilfsmittel angeführt, dann folgt eine detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung – begleitet von aussagekräftigen Fotos. Ebenfalls praktisch: Es wird erwähnt, wann Hilfe durch einen Erwachsenen nötig ist. Infos zur Form und Art des Stockes findet man in farblich markierten Buttons am Anfang der Anleitung.

Insgesamt überzeugt das Sachbuch mit Übersichtlichkeit, einer ansprechenden grafischen Gestaltung und verständlichen Texten. Die Liste der benötigten Hilfsmittel hält sich in Grenzen und durch die abgebildeten Step-by-Step-Fotos lassen sich die einzelnen Schritte zügig nachbasteln.

Einige Arbeitsschritte sollten von einem Erwachsenen durchgeführt beziehungsweise überwacht werden. Somit wird der Bastelspaß zu einem gemeinschaftlichen Erlebnis. Abseits von Computer, Handy und Co. werden darüber hinaus die Kreativität, das praktisches Denken und die kindliche Feinmotorik geschult. „Bock auf Stock.

Das Naturbastelbuch“ ist für mich eine nützliche Anregung für Eltern, die gerne Zeit mit ihren Kindern in freier Natur verbringen. Dabei profitiert man auch zum Teil von den positiven Effekten der Waldpädagogik: Sich an der frischen Luft im Wald bewegen, die Augen nach einem geeigneten Stock offen halten, der Kreativität freien Lauf lassen, neue, unbekannte Pfade beschreiten und viel fürs Leben lernen.

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