Kinder

Ein Dankeschön am rechten Platz

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A: 7,20 €

Ich sag Danke! Was sagst du?
Illustration: Fritz Johanna
Penners Bernd
Verlag: Ravensburger Buchverlag (2017)
16 Seiten

ISBN-10: 3-473-43638-0
ISBN-13: 978-3-473-43638-5

Der kleine Bär ist ziemlich schlau, / denn eines weiß er ganz genau: / In allen Ländern, nah und fern, / hört man ein DANKE! immer gern.“

Katharina

Unsere Bewertung: 5 von 5 Federn

„Wie sagt man da?“ „Wie heißt das?“ – Wenn ich mir eines vorgenommen habe, dann dies: Mein Kind zu einem offenen, respektvollen, ehrlichen und höflichen Menschen zu erziehen. Das fängt für mich beim „Bitte“ an und hört ganz bestimmt nicht beim „Danke“ auf.

Strengen Blickes verfolgt meine Freundin S. die Mimik ihrer Tochter und wartet ungeduldig darauf, dass die Kleine mit ihren drei Jahren endlich das heiß ersehnte Wort mit den fünf Buchstaben von sich gibt. Während das Kind den Lutscher wie Diebesgut umklammert und sich schmollend umdreht, werfe ich S. einen fragenden Blick zu. „Kommt da noch was?“ Ich sehe es ihr an. Die Wut steigt in ihr hoch. Sie ist verzweifelt, peinlich berührt und irgendwie habe ich den leisen Verdacht, dass ihr in diesem Moment unzählige Gedanken durch den Kopf gehen.

Es liegt sicher nicht an den mangelnden Erziehungsmaßnahmen, dass die Kleine derartige Höflichkeitsfloskeln noch nicht ganz beherrscht. Eher war es in dieser Situation und in meiner Anwesenheit ein Anflug von Schüchternheit oder vielleicht ein trotziges Ausloten der Grenzen. Fest steht – und da sind sich meine Freundin S. und ich einig – Höflichkeit wird in jungen Jahren gemacht und kann nicht früh genug erlernt werden. Deshalb stelle ich mir den Verlauf des Spracherwerbs für mein Kind schon mal in Gedanken so vor: MA-MA. Und dann MA-MA DAN-KE.

Damit bei dieser Abfolge nichts schiefgeht, habe ich prophylaktisch schon einmal das großartige Bilderbuch „Ich sag danke! Was sagst du?“ bereitgelegt. Das Buch ab zwei unternimmt eine spielerische Reise in die unterschiedlichsten Regionen der Welt und zeigt, wie man sich dort richtig bedankt.

In „Ich sag danke! Was sagst du?“ wird auf spielerische Weise mithilfe der Sprache eine Brücke zwischen den einzelnen Nationen geschlagen. Wer danke sagt, der bringt ein Stück Respekt und Anerkennung dem anderen gegenüber zum Ausdruck und schafft eine sichere Basis der Verständigung. So dürfen wir den kleinen Bären auf einer Reise begleiten. Seine erste Station ist Frankreich, wo er seine Freundin Claire besucht. Er bedankt sich mit „Merci“ für ihr Küsschen. Nach Italien und England reist der Bär nach Spanien, wo schon Freund José wartet, der ihn freudig ins Haus bittet. Der Bär sagt „Gracias!“ und bricht zu seiner letzten Station – in die Türkei – auf. Mit „Ich sag danke! Was sagst du?“ lernen die Kleinen nicht nur die unterschiedlichen Wörter für „Danke“, sondern nebenbei auch vieles über Gewohnheiten, Esskultur und typische Merkmale der einzelnen Länder. In Frankreich sieht man vor dem Louvre zwei Tauben ein Croissant schlemmen. In Italien schlecken der kleine Bär und Giovanni ihr Eis vor dem schiefen Turm in Pisa. In England wird in Schottenröcken vor der Themse gekickt und in der Türkei gibt es vor der Kulisse des wunderschönen Bosporus herrliche Honigspezialitäten.

Die Illustrationen von Johanna Fritz sind schön bunt und werden von kurzen gereimten Texten ergänzt. Das Buch selbst ist dank seiner dicken Papp-Seiten und seiner abgerundeten Ecken sehr handlich und so auch die ideale Urlaubslektüre für lange Autofahrten – für alle, die sozusagen llast minute ihre Fremdsprachengrundkenntnisse auffrischen wollen. Apropos Urlaub: Bei mir steigt schon jetzt die Vorfreude auf zukünftige Italienurlaube. Ich male mir aus, wie mein Zweijähriger in seiner gestreiften Badehose etwas tapsig den Strand entlangläuft, geradewegs auf den nächsten Gelati-Wagen zu. Dort bestellt er wortgewandt ein mit drei Kugeln maßlos überfülltes „Cornetto“ und zieht mit einem selbstbewussten „Grazie“ von dannen. Herrlich. Ja, auch das kann träumen vom Urlaub sein.