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Wer ist denn da so wasserscheu?

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A: 15,50 €

Lieselotte will nicht baden
Steffensmeier, Alexander
Verlag: FISCHER Sauerländer (2017)
Aus der Reihe:  Lieselotte

ISBN-10: 3-7373-5521-5
ISBN-13: 978-3-7373-5521-6

„Also wirklich, Lieselotte! Wie kannst du nur so schmutzig herumlaufen?“ schimpfte die Bäuerin.

Katharina

Unsere Bewertung: 5 von 5 Federn

Dreckige Schweine kennt man ja. Aber schmutzige Kühe? Kuh Lieselotte im Bilderbuch „Lieselotte will nicht baden“ sträubt sich gegen das abendliche Waschen und treibt damit die Bäuerin fast in den Wahnsinn.

Nach „Lieselotte und der verschwundene Apfelkuchen“, „Lieselotte feiert Weihnachten“ oder „Lieselotte macht Urlaub“ ist „Lieselotte will nicht baden“ die jüngste Neuerscheinung des Bestseller-Illustrators Alexander Steffensmeier. Diesmal sorgt die Titelfigur Kuh Lieselotte für einigen Wirbel auf dem Bauernhof, weil sie nicht baden will. Natürlich ist es wie immer die Bäuerin, die für Recht und Ordnung sorgt. Sie hat auch diesmal unzählige Tipps und Tricks parat, wie man die sture Kuh Lieselotte doch noch zum Baden überredet. Aber alles schön der Reihe nach: Zuhause auf dem idyllischen Bauernhof kann sich Lieselotte auf dem Acker vor dem Haus mit ihren Kameraden so richtig austoben. Die Hennen gackern zufrieden, das Pferd wiehert vergnügt und die beiden Schweine suhlen sich genüsslich im Dreck.

Wie eine strenge Mutter beendet die Bäuerin jäh das rege Treiben auf der Wiese: „Genug gespielt für heute! Es wird Zeit, dass ihr euch wascht und fürs Zubettgehen fertig macht!“ ruft sie über den Gartenzaun.

Ein Tier nach dem nächsten steigt in die Badewanne, wird dort von der Bäuerin höchst persönlich kräftig geschrubbt, sodass schlussendlich die ganze Sippe blitzeblank ins Bett marschieren kann. Die einzige, die sich voller Dreck und Speck in der Reihe aufgestellt hat, ist Kuh Lieselotte, die jedes noch so kleine Tröpfchen Wasser wie die Pest meidet. Um keinen Einfall verlegen, will die Bäuerin Lieselotte gleich zur Badewanne schieben, erkennt dann aber schnell, dass sie zu härteren Mitteln greifen muss.

Die Alte will der Kuh eine kleine Falle stellen und dafür sorgen, dass Lieselotte ein bisschen nass wird. Das würde nämlich schon ausreichen, um das sture Tier zum Baden zu bewegen. Die Bäuerin verwirft ihren Plan, eilt stattdessen zurück in den Garten, wo sie die ausgebüxte Lieselotte hinter einem Johannisbeerstrauch entdeckt. „Du darfst noch etwas spielen“, schlägt die Bäuerin vor und kommt dabei selbst auf ihre Kosten, indem beide um den Rasensprenger laufen. Mit dem Gartenschlauch in der Hand verfolgt die Alte das arme Tier, das irgendwie immer schneller ist und geschickt entwischt.

Wie es der Zufall will, fängt es kurze Zeit später zu regnen an. Lieselotte wird nass und sträubt sich plötzlich gar nicht mehr gegen das Waschen. Beide gönnen sich nun ein wohl verdientes Bad. Danach tapsen beide im Dunkeln durch den Stall und übersehen dabei die präparierte Falle, welche die Bäuerin kurz davor aufgestellt hat. Bäuerin und Lieselotte stürzen und sehen aus wie zuvor. Schmutzig, mit Eimer auf dem Kopf und zerzausten Haaren. So hatte sich die Bäuerin das wohl nicht vorgestellt. Und die Moral aus der Geschichte: „So ein klein bisschen Schmutz hat noch niemandem geschadet“, findet die Bäuerin.

„Lieselotte will nicht baden“ von Alexander Steffensmeier überzeugt vor allem mit seinen fantastischen, detailverliebten Illustrationen. Der Autor zeigt die menschliche Seite der Bauernhoftiere und baut eine Vielzahl heiterer Randgeschichten ein. Henne, Pferd, Vögel und Schweine spielen Ritter auf dem Acker, lesen Zeitschriften, tragen Bademäntel, putzen sich die Zähne, trinken Wasser aus dem Glas, oder spielen Tennis. Die einzelnen Figuren werden durch eigene ausdrucksstarke Mimik und Gestik zum Leben erweckt. Sie genießen wie eine große Familie das unbeschwerte Bauernhofleben. Ein bisschen so wie Kinder eigentlich, die man auch gelegentlich zum Baden überreden muss.

Das cartoon-artig aufgebaute Bilderbuch für Kinder ab 4 eignet sich bestens zum Vorlesen oder gemeinsamen Lesen und zeigt, dass nicht immer alles so penibel zugehen muss.