Kinder

Aller guten Dinge sind vier!

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A: 7,10 €

Mama, Papa, ich und du
Kraushaar Sabine , Fiedler Sonja
Verlag: Oetinger (2005)
12 Seiten

ISBN-10: 3-7891-6785-1
ISBN-13: 978-3-7891-6785-0

„Jetzt kann Clara auf Mamas Schoß sitzen und mit ihr Fotos anschauen. Wie klein sie einmal war! Genauso klein wie ihr Bruder.“

Katharina

Unsere Bewertung: 5 von 5 Federn

Geschwisterliebe währt ein Leben lang – auch wenn es im Kleinkindalter oft Eifersüchteleien gibt. Das Buch „Mama, Papa, ich und du. Ein Geschwisterchen kommt“ zeigt, dass diese erste Phase auch ganz harmonisch ablaufen kann.

Ich kann mich nicht mehr genau erinnern und kenne die Geschichte nur aus Erzählungen, die bei Familienfeiern regelmäßig als belustigende Anekdoten herhalten müssen: Als mein kleiner Bruder geboren wurde, durfte ich meine Großmutter ins Krankenhaus begleiten. Ich – damals vier – zog mich an der Bettkante hoch, stellte mich auf die Zehenspitzen, grinste meine Mutter an und erhaschte einen ersten Blick auf meinen friedlich schlummernden Bruder. Die Neugierde war groß. Die Eifersucht bald ebenso. Denn als meine Großmutter und ich das Krankenhaus wieder verließen, soll ich mich ihr anvertraut haben. Sie ging in die Knie und ich flüsterte ihr ins Ohr: „So ein hässliches Baby.“

Starke Emotionen wie die Eifersucht gehören wohl zum kindlichen Entwicklungsprozess dazu. Als Eltern muss man sich notgedrungen damit auseinandersetzen, da es das Familienleben phasenweise auf eine harte Probe stellen kann. Das Bilderbuch „Mama, Papa, ich und du. Ein Geschwisterchen kommt“ für alle Kinder ab 2 ist eine gute Möglichkeit, sich gemeinsam als Familie mit diesem Thema zu beschäftigen. Auf sehr spielerische und unterhaltsame Art und Weise wird darin beschrieben, wie man durch genaues Erklären und eine aktive Teilnahme das ältere Geschwisterchen auf ein jüngeres vorbereitet kann. Hauptfigur ist Clara, die den kleinen Lesern erklärt, dass sie bisher mit Mama und Papa alleine gelebt hat, nun aber in Mamas Bauch ein Baby wächst.

Die folgenden, bunt illustrierten Seiten schildern im Detail, wie die kleine Clara aktiv in den Alltag mit dem Neugeborenen miteinbezogen wird und wie es die Eltern trotz Babystress schaffen, die ältere Schwester nicht zu vernachlässigen – Stichwort: gemeinsames Kuscheln.

 

Eifersucht kommt bei Clara keine auf, denn ihre Mutter zeigt ihr anhand von Fotos, dass sie auch einmal so klein wie ihr Bruder war und dass sie gleich behandelt wurde. Clara ist verständnisvoll und emphatisch. Sie entwickelt ein sicheres Gespür für die Bedürfnisse ihres kleinen Bruders.

Zugleich wird die kleine Clara als große Schwester aktiv von ihren Eltern in den Tagesablauf miteinbezogen. Ihr wird das Gefühl vermittelt, dass sie wichtig ist und sie auch die Rolle einer unterstützenden Babysitterin einnimmt. „Gut, dass Clara schon eine große Schwester ist. Sie hilft beim Wickeln, sie spielt mit ihrem Bruder und bringt ihm das Greifen bei.“ Und selbst den Kinderwagen darf sie schon schieben.

Fürsorglich wie Clara ist, darf sie ihren kleinen Bruder auf der vorletzten Seite auch ins Bett bringen. Dort wartet schon das von Clara selbst gebastelte Mobile, das es auf der letzten Seite zum Herausnehmen und Selberbasteln gibt.

Fazit: Jede große Schwester oder jeder große Bruder kann zur fürsorglichen und hilfsbereiten Clara werden, die es schön findet, ein Geschwisterchen zu haben. Als gelungene Ergänzung und besondere Anregung enthält das Buch die einzelnen Bestandteile für ein eigenes Mobile, das man gemeinsam zusammenbauen kann.